Ölmarkt: US-Iran-Konflikt bleibt entscheidender Preistreiber

Die Ölmärkte bleiben stark von den Entwicklungen rund um den Konflikt zwischen den USA und Iran geprägt. Nachdem die Aussichten auf eine kurzfristige Einigung zuletzt wieder gesunken waren, starteten Brent, WTI und Gasoil mit einer grundsätzlich festen Tendenz in die neue Woche.

Im europäischen Handel zogen die Ölpreise zunächst weiter an und erreichten um die Mittagszeit ihre Tageshochs. Im weiteren Tagesverlauf setzten jedoch Gewinnmitnahmen ein. Zusätzlichen Druck erzeugte am Abend eine Meldung über mögliche US-Erleichterungen bei den Iran-Sanktionen. US-Präsident Donald Trump dementierte diese Meldung anschließend ausdrücklich. Die Ölpreise reagierten darauf in der Nacht mit einer leichten Erholung.

Straße von Hormus bleibt im Fokus

Für den Ölmarkt bleibt insbesondere die Situation an der Straße von Hormus entscheidend. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi berichtete am Montagabend von neuen Vorschlägen zur Wiederöffnung der wichtigen Schifffahrtsroute. Die Vorschläge wurden demnach mit Katar als Vermittler besprochen und sollen an die USA weitergeleitet werden.

Eine endgültige Einigung steht allerdings weiterhin aus. Damit bleibt das Risiko für die internationale Ölversorgung erhöht. Gleichzeitig erholen sich die Ölexporte aus der Golfregion zwar, ein Teil davon erfolgt jedoch weiterhin über aufwendigere Umgehungslösungen. Das begrenzt den Preisdruck nach unten.

Dieselmarkt bleibt zusätzlich unter Beobachtung

Auch die angespannte Versorgungslage am US-Dieselmarkt beschäftigt die Marktteilnehmer. Im Fokus steht die Frage, ob Washington die Dieselpreise durch eine Lockerung bestehender Vorgaben oder möglicherweise durch Einschränkungen der US-Diesel-Exporte beeinflussen will. Ein möglicher Exportstopp wird von zahlreichen Marktbeobachtern allerdings kritisch bewertet.

Neue Impulse erwarten die Märkte in dieser Woche von den US-Lagerbestandsdaten: Die Schätzungen des API werden heute Abend veröffentlicht, der offizielle Bericht des US-Energieministeriums folgt am Mittwoch um 16:30 Uhr.

Was bedeutet das für Ihre Beschaffung?

Die Preisentwicklung bleibt kurzfristig besonders nachrichtengetrieben. Positive Signale aus den US-Iran-Verhandlungen könnten die Ölpreise entlasten, während Rückschläge bei den Gesprächen oder eine weitere Verschärfung der Situation an der Straße von Hormus kurzfristig für steigende Preise sorgen können.

Trotz der leichten Erholung der Ölfutures am Dienstagmorgen zeigen die aktuellen Börsenbewegungen für die Inlandspreise weiterhin rechnerisches Potenzial für Abschläge.

Daniel Ehrler
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Die Marktnews beziehen sich auf die Entwicklung der internationalen Rohöl- und Produktnotierungen. Die effektive Preisentwicklung in der Schweiz kann aufgrund von weiteren Einflussfaktoren wie Transportkosten, Rheinfrachten oder Dollarkurs jedoch abweichen.

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