
Die Ölmärkte starten mit einer weiterhin angespannten geopolitischen Lage in die neue Woche. Die Hoffnungen auf eine schnelle Einigung zwischen den USA und Iran zur Öffnung der Straße von Hormus haben am Wochenende einen deutlichen Dämpfer erhalten. US-Präsident Trump lehnte einen Vorschlag Teherans ab, gleichzeitig bekräftigte Iran, die Straße von Hormus nur unter bestimmten Bedingungen wieder vollständig zu öffnen. Damit bleibt ein wichtiger Unsicherheitsfaktor für die globalen Öltransporte bestehen.
Zusätzlichen Preisdruck erzeugen die anhaltenden Angriffe der Huthi auf Ziele und Energieinfrastruktur in Saudi-Arabien. Gleichzeitig schränkt Saudi-Arabien durch höhere Schiff-zu-Schiff-Transfers die verfügbare Tankerkapazität in der Region ein. Steigende Frachtraten und mögliche Störungen der Lieferketten erhöhen damit das Risiko für die physische Versorgung.
Am Freitag konnten sich Brent und WTI zunächst stabilisieren, bevor technische Verkäufe am Nachmittag die Preise belasteten. Brent fand am GD 7 Unterstützung und beendete den Handel oberhalb des Tagestiefs. Heute Morgen ziehen die Ölfutures wieder an, nachdem die Hoffnungen auf eine kurzfristige Einigung zwischen Washington und Teheran weiter gesunken sind.
Für die europäischen Inlandspreise ergibt sich dadurch aktuell rechnerisches Aufwärtspotenzial gegenüber Freitag. Die tatsächliche Preisentwicklung bleibt jedoch stark von den weiteren Nachrichten aus dem Nahen Osten und den USA abhängig.
Kurzfristig bleibt der Markt nachrichtengetrieben und volatil. Vor allem die Entwicklung rund um die Straße von Hormus, die Angriffe auf saudische Energieinfrastruktur und die US-Dieselpolitik können jederzeit für deutliche Preisbewegungen sorgen.
Für Kunden bedeutet das aktuell: Ein günstiges Einkaufsfenster kann sich schnell wieder schließen. Bei konkretem Bedarf sollten Preisangebote daher zeitnah geprüft und mögliche Sicherungsentscheidungen nicht allein auf eine kurzfristige Entspannung der geopolitischen Lage verschoben werden.