Pattsituation im Persischen Golf – Ölbörsen bleiben angespannt

Iran/USA: Immer noch keine neuen Gespräche

Goldman Sachs hebt Preisprognosen erneut an

Am Freitag zeigte sich bereits, dass sowohl fundamentale Faktoren als auch charttechnische Indikatoren eher für stabile bis steigende Preise sprechen. Zwar wurde die Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon verlängert, doch im zentralen Konflikt zwischen Iran und den USA gab es keine Fortschritte. Die Straße von Hormus blieb blockiert, was den globalen Ölfluss erheblich beeinträchtigt. Charttechnisch bot der gleitende Durchschnitt (GD 21) Unterstützung, während frühere Hochs als Widerstände wirkten. Trotz negativer Nachrichten zur Ölproduktion im Persischen Golf konnten die Preise nicht klar ausbrechen und bewegten sich insgesamt seitwärts, mit leichtem Abwärtspotenzial beim US-Rohölkontrakt. In Europa wirkten sich ein stärkerer Euro und andere Faktoren dämpfend auf die Inlandspreise aus.

Auch am Wochenende blieb die diplomatische Lage festgefahren. Es fanden keine direkten Gespräche zwischen Iran und den USA statt, wobei selbst geplante Treffen nicht zustande kamen. Ein neuer iranischer Vorschlag zur Beendigung des Konflikts und zur Wiederöffnung der Straße von Hormus wurde zwar übermittelt, ist aber noch nicht bestätigt. Parallel dazu laufen Gespräche Irans mit Russland, deren Ausgang ungewiss ist.

Die anhaltende Krise zwingt Analysten, ihre Prognosen anzupassen. Goldman Sachs hat seine Preisprognosen deutlich angehoben und erwartet steigende Ölpreise sowie einen außergewöhnlich schnellen Abbau globaler Lagerbestände. Hintergrund sind massive Produktionsausfälle im Persischen Golf. Gleichzeitig warnen die Analysten, dass diese Entwicklung nicht nachhaltig ist und bei längerem Angebotsengpass zu Nachfrageeinbrüchen führen könnte. Die erwartete Normalisierung der Produktion wurde zeitlich nach hinten verschoben.

Zum Wochenstart bleibt die Marktlage angespannt: Die Straße von Hormus ist weiterhin praktisch blockiert, was den Welthandel mit Öl massiv stört. Der Konflikt dauert bereits mehrere Wochen an und hat laut Experten zu einem der größten Angebotsschocks der Geschichte geführt. Engpässe bei wichtigen Energieprodukten wie Flüssigerdgas und Kerosin nehmen zu und haben bereits Auswirkungen auf Branchen wie die Luftfahrt.

Insgesamt sehen Marktbeobachter die Ölpreise weiterhin unterstützt, mit möglichen Niveaus über 100 Dollar pro Barrel. Allerdings ist ein Teil der Risiken bereits in den Preisen eingerechnet, sodass ohne weitere Eskalation eine gewisse Bandbreite erwartet wird. Eine nachhaltige Entspannung dürfte erst eintreten, wenn es zu direkten Verhandlungen zwischen Iran und den USA kommt. Bis dahin bleibt die Lage festgefahren und die Preisentwicklung tendenziell aufwärtsgerichtet.

Daniel Ehrler
Die Marktnews beziehen sich auf die Entwicklung der internationalen Rohöl- und Produktnotierungen. Die effektive Preisentwicklung in der Schweiz kann aufgrund von weiteren Einflussfaktoren wie Transportkosten, Rheinfrachten oder Dollarkurs jedoch abweichen.

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