Trump: Waffenruhe zwischen Israel und Libanon verlängert
Die Ölfutures zeigten sich am Donnerstag insgesamt deutlich fester und setzten ihren Aufwärtstrend fort, getragen von einer Kombination aus geopolitischen Spannungen, Angebotsrisiken und teilweise unterstützenden Marktdaten.
Auslöser für die bullish geprägte Stimmung waren vor allem mehrere Eskalationen rund um wichtige Öllieferwege: Angriffe der iranischen Revolutionsgarde auf Schiffe in der Straße von Hormus sowie das Abfangen iranischer Tanker durch die US-Marine verschärften die Lage. Gleichzeitig wurde die Unterbrechung kasachischer Ölexporte über die Druschba-Pipeline bestätigt, was das globale Angebot zusätzlich belastete. Zwar gab es auch gegenläufige Impulse – etwa die teilweise Wiederaufnahme russischer Lieferungen nach Osteuropa und ein stärkerer US-Dollar –, diese konnten den insgesamt preistreibenden Effekt jedoch nur vorübergehend dämpfen.
Auch fundamentale Daten aus den USA wirkten unterstützend: Während die Rohölbestände leicht stiegen, wurden bei Kraftstoffen deutliche Lagerabbauten gemeldet, was auf eine robuste Nachfrage hindeutet. Aus technischer Sicht blieb das Bild ebenfalls eher positiv, da wichtige gleitende Durchschnitte überwunden wurden, auch wenn einzelne Indikatoren wie die Stochastik an Dynamik verloren.
Im Tagesverlauf kam es zunächst zu leichten Rücksetzern und Gewinnmitnahmen, bevor neue Nachrichten – etwa ein ukrainischer Drohnenangriff auf eine russische Ölinfrastruktur – die Preise erneut nach oben trieben. Am Ende des Tages erreichten sowohl Brent als auch WTI neue Hochs, mit Brent über 105 Dollar und WTI über 95 Dollar pro Barrel.
Parallel dazu bleibt die geopolitische Lage angespannt: Eine geplante Verlängerung der Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon könnte zwar kurzfristig stabilisierend wirken, doch wiederholte Verstöße und ungelöste Konflikte – insbesondere zwischen den USA und dem Iran – sorgen weiterhin für Unsicherheit. Die gescheiterten Verhandlungen zwischen Washington und Teheran sowie die fortgesetzte US-Seeblockade verschärfen die Situation zusätzlich. Der Iran sieht darin einen Bruch der Waffenruhe und hält eine Öffnung der Straße von Hormus derzeit für ausgeschlossen, was die Risiken für den globalen Öltransport hoch hält.
Insgesamt wird der jüngste Ölpreisanstieg weniger als reine Risikoprämie, sondern stärker als Folge konkreter Angebotsengpässe interpretiert. Solange zentrale Transportrouten eingeschränkt bleiben und die Versorgungslage angespannt ist, dürfte das Preisniveau gestützt bleiben. Auch kurzfristig zeigen die Märkte weiter Aufwärtspotenzial, was sich voraussichtlich auch in steigenden Inlandspreisen niederschlagen wird.