
Trump stellt Iran Ultimatum - Iran droht zurück
US-Präsident Donald Trump stellte dem Iran am Samstag ein Ultimatum von 48 Stunden. Sollte die Islamische Republik binnen dieses Zeitraums nicht die Straße von Hormus wieder vollständig für die internationale Schifffahrt freigeben, würden die Vereinigten Staaten die Kraftwerke Irans zerstören, so Trump in einer Mitteilung auf seiner Kommunikationsplattform Truth Social.
Der iranische Außenminister, Abbas Araghchi gab am gestrigen Sonntag an, die Meerenge sei immer noch "offen". Der Grund für den stark reduzierten Schiffsverkehr in der Straße von Hormus ist Araghchi zufolge die Tatsache, dasses hinsichtlich der Versicherung der Lieferungen Bedenken gebe, und nicht die Blockade durch den Iran.
Kurz nach dem Ultimatum Trumps hatte es aus Teheran geheißen, man werde Infrastruktur der Vereinigten Staaten und Israels im Nahen Osten ins Visier nehmen, sollten die Energieanlagen Irans angegriffen werden. Bereits Mitte der letzten Woche hatte der Angriff Israels auf das iranische Erdgasfeld South Pars dazu geführt, dass der Iran Drohnen und Raketen los schickte, die zahlreiche Öl- und Gasanlagen in der Region zum Ziel hatten, was die Preise an den Ölbörsen erneut beträchtlich steigen ließ.
Marktlage
Die Ölpreise legten in der vergangenen Woche erneut zu, wobei Brent zeitweise auch wieder an der 120 Dollar-Marke kratzte. Hauptgrund dafür war der Angriff Israels auf das iranische Erdgasfeld South Pars Mitte der Woche, der iranische Vergeltungsschläge auf zahlreiche Energieanlagen in anderen Ländern des Nahen Ostens zur Folge hatte. Ende der Woche sah es dann kurzzeitig wieder nach einer leichten Entspannung der Lage aus. Bis US-Präsident Trump dem Iran nun am Samstag ein Ultimatum von 48 Stunden stellte.
"Die Drohung von Präsident Trump hat nun eine 48-stündige tickende Zeitbombe erhöhter Unsicherheit an den Märkten ausgelöst", kommentiert IG-Marktanalyst Tony Sycamore das Ultimatum. Amrita Sen, Marktexpertin und Gründerin von Energy Aspects geht davon aus, dass das Ultimatum "eindeutig eine weitere Eskalation und damit höhere Ölpreise" bedeutet und fügt hinzu: "Manche glauben jedoch fälschlicherweise, dass der Iran nachgeben könnte."
Noch am Freitag hatte die US-Regierung, wie bereits angekündigt, vorübergehend die Sanktionen für iranisches Öl aufgehoben, das sich bereits auf Tankern auf dem Meer befindet. Damit versucht Washington, wie schon mit der Lockerung der Sanktionen für bereits verladenes russisches Rohöl in der vorletzten Woche, dem Preisanstieg entgegenzuwirken und die Angebotssituation zu entspannen.
Für Schadensbegrenzung will auch die IEA sorgen - sowohl mit Taten, als auch mit Worten. Letztere Variante nutzte IEA-Chef Fatih Birol vor dem Hintergrund des Trump'schen Ultimatums gegen den Iran. Am heutigen Montag gab Birol vor dem National Press Club im australischen Canberra an, die Behörde werde "wenn es nötig ist, natürlich" weitere Mengen an Öl aus den strategischen Reserven freigeben. Eine weitere Freigabe werde allerdings nicht automatisch bei einem bestimmten Preisniveau ausgelöst.
Am 11. März hatte die IEA bereits mitgeteilt, die 32 Mitgliedsländer der Behörde würden insgesamt 400 Mio. Barrel Öl aus den strategischen Reserven auf den Markt bringen - die höchste Menge, die von der IEA je freigegeben wurde. Allerdings betont Birol auch weiterhin, dass die Freigabe von strategischen Reserven nur eine Übergangslösung sei. "Die allerwichtigste Lösung für dieses Problem ist, die Straße von Hormus zu öffnen", wiederholte derIEA-Chef am heutigen Montag.
Nach Meinung des Analysten Tim Waterer von KCM Trade fragen sich einige Händler tatsächlich, ob das Ultimatum Trumps vielleicht sogar funktionieren könnte, was auch der Grund dafür sei, dass die Preise heute Morgen noch nicht stärker zulegten. So notieren WTI und Brent aktuell unterhalb der Hochs von Freitag, während Gasoil den Widerstand in diesem Bereich testet. Bei den Inlandspreisen zeichnet sich derzeit Aufwärtspotenzial im Vergleich zu Freitag ab