Trump verlängert Waffenstillstand mit Iran auf unbestimmte Zeit
Pakistan hat im Auftrag Irans um Verlängerung gebeten, Offizielle Reaktion Irans liegt noch nicht vor
Am Dienstag starteten die Ölfutures vor allem wegen fundamentaler Faktoren freundlich. Im Mittelpunkt standen geopolitische Risiken: Unsicherheit über eine mögliche Teilnahme Irans an Verhandlungen mit den USA, eine weiterhin stark eingeschränkte Schifffahrt in der Straße von Hormus sowie neue Drohungen der Huthi-Miliz, auch das Rote Meer zu blockieren. Diese Faktoren deuten auf potenzielle Angebotsengpässe hin und stützen grundsätzlich die Preise.
Dem gegenüber standen jedoch bearish wirkende technische Signale: Indikatoren wie die Stochastik verloren ihren positiven Einfluss, wichtige gleitende Durchschnitte (z. B. GD 7) sowie Widerstandslinien begrenzten zunächst die Kursanstiege. Entsprechend kam es am Morgen zunächst zu leichten Preisrückgängen. Im Tagesverlauf blieben die Preise längere Zeit unter Druck, da die Hoffnung bestand, dass Iran letztlich doch an den Gesprächen teilnehmen könnte.
Erst am späten Nachmittag kam es zu einer deutlichen Preisrally. Auslöser waren neue Zweifel an den diplomatischen Fortschritten sowie Berichte über eine gedrosselte russische Ölproduktion. Auch technisch verstärkte sich die Aufwärtsbewegung durch das kurzfristige Überschreiten wichtiger Marken. Am Ende des Tages schlossen die Ölfutures klar im Plus, konnten jedoch wichtige Widerstände nicht nachhaltig überwinden.
Zusätzlich lieferten die wöchentlichen Daten des American Petroleum Institute (API) weitere Unterstützung: Es wurden überraschend starke Lagerabbauten bei Rohöl, Benzin und Destillaten gemeldet – deutlich stärker als von Analysten erwartet. Dies deutet auf eine robuste Nachfrage oder ein eingeschränktes Angebot hin. Allerdings bleiben diese Daten vorläufig, da detailliertere Informationen (z. B. zur Raffinerieauslastung oder Nachfrage) erst mit dem offiziellen Bericht des US-Energieministeriums (DOE) folgen.
Am Mittwoch kam eine neue politische Entwicklung hinzu: US-Präsident Donald Trump verlängerte überraschend die Waffenruhe mit Iran auf unbestimmte Zeit, während die Seeblockade bestehen bleibt. Die Lage bleibt damit widersprüchlich: Einerseits diplomatische Annäherung, andererseits weiterhin massive Einschränkungen im Öltransport.
Analysten betonen, dass trotz ständig wechselnder Schlagzeilen die reale Versorgungslage angespannt bleibt. Besonders die eingeschränkten Transportwege – etwa durch die Straße von Hormus – sorgen für ein Umfeld hoher Preise und Inflationsrisiken. Eine weitere Eskalation, etwa durch Angriffe im Roten Meer, könnte die Situation zusätzlich verschärfen.
Insgesamt ergibt sich ein Bild eines stark von geopolitischen Risiken getriebenen Marktes: Kurzfristige Schwankungen werden durch technische Faktoren beeinflusst, doch die grundlegende Richtung bleibt aufgrund von Angebotsrisiken und sinkenden Lagerbeständen eher aufwärtsgerichtet.