Ölfutures steuern auf Wochensicht erneut auf Preisrückgang zu

Marktlage
Die Rohölpreise an den Ölbörsen steuern auf Wochensicht erneut auf einen Preisrückgang zu. Die letzte volle Handelswoche vor dem Jahreswechsel brachte dabei für Brent und WTI auch noch neue Langzeittiefs mit sich, was beim Nordsee-Rohölkontrakt auch ein Settlements unterhalb der psychologisch wichtigen 60 Dollar-Marke bedeutete.

Am gestrigen Donnerstag lag der Settlement-Preis von Brent bereits den dritten Tag in Folge unterhalb dieses Preisniveaus, da die geopolitischen Risiken nicht gegen die von der Mehrheit der Analysten und Marktbeobachter prognostizierten Überversorgung im kommenden Jahr ankamen.

"Der vorherrschende Gedanke ist derzeit der eines strukturellen Überschusses", so Haris Khurshid, Chief Investment Officer bei Karobaar Capital LP, der hinzufügt: "Diese Überangebotsmentalität überwiegt geopolitische Spannungen von Russland bis Venezuela."

Der Analyst Tony Sycamore von IG führt dazu aus: "Die Unsicherheit hinsichtlich der Details zur Durchsetzung [der US-Blockade von Schiffen aus und auf dem Weg nach Venezuela; Anm. d. Red.] und der Optimismus, dass ein potenzieller von den USA geführter Friedensvertrag für die Ukraine doch noch zustande kommen könnte, mildern die Bedenken im Hinblick auf das weltweite Angebot und halten die geopolitischen Risikoprämien im Zaum." Mitte der Woche war durchgesickert, dass Washington wohl weitere Sanktionen gegen Russland vorbereitet, für den Fall dass sich Moskau auch weiterhin nicht auf einen Friedensplan für die Ukraine einlassen sollte. Am gestrigen Donnerstagzeigte sich US-Präsident Trump dann zuversichtlich, das der Krieg in der Ukraine bald beendet werden könne. 

Das derzeit niedrige Preisniveau dürfte nach Meinung der Analysten der Bank of America allerdings letzten Endes auch wieder dafür sorgen, dass das Angebot wieder sinkt und ein deutlicher Preiseinbruch ausbleibt. Heute Morgen notieren die Ölfutures an ICE und NYMEX zunächst nahe den Vortagestiefs.

Daniel Ehrler
Die Marktnews beziehen sich auf die Entwicklung der internationalen Rohöl- und Produktnotierungen. Die effektive Preisentwicklung in der Schweiz kann aufgrund von weiteren Einflussfaktoren wie Transportkosten, Rheinfrachten oder Dollarkurs jedoch abweichen.

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