
Die Ölpreise bleiben zum Wochenausklang auf erhöhtem Niveau. Nach den deutlichen Gewinnen der vergangenen beiden Handelstage legen Brent und WTI am Freitag zunächst eine Verschnaufpause ein. Gleichzeitig bleibt das Marktumfeld von hoher Unsicherheit geprägt.
Die geopolitischen Risiken rücken wieder stärker in den Fokus: Die USA bauen ihre Militärpräsenz am Persischen Golf aus, während die Verhandlungen mit Iran bislang keine nennenswerten Fortschritte zeigen. Eine erneute Eskalation könnte die Ölversorgung aus der Region belasten und die bereits hohe Risikoprämie am Markt weiter erhöhen.
Auch der Produktmarkt bleibt angespannt. Zwar stabilisieren sich die Rohölströme aus dem Nahen Osten zunehmend, bei Diesel und anderen Mineralölprodukten ist eine vergleichbare Entspannung bislang jedoch nicht erkennbar. Zusätzlich begrenzt China seine Exporte raffinierter Ölprodukte und verschärft damit die globale Versorgungssituation.
Der Ölmarkt bleibt kurzfristig anfällig für starke Preisschwankungen. Niedrige Lagerbestände und mögliche Angebotsausfälle können jederzeit zu erneuten Preissprüngen führen.
Trotz des internationalen Aufwärtsdrucks zeigen die Inlandspreise aktuell weitere Abschläge. Damit zeigt sich aktuell ein differenziertes Bild: International sorgen geopolitische Risiken für Aufwärtsdruck, während sich bei den Inlandspreisen kurzfristig weitere Entlastungspotenziale abzeichnen.