
Der Ölmarkt bleibt von starken Schwankungen geprägt. Nach den deutlichen Preisgewinnen am Mittwoch geben die Notierungen heute wieder etwas nach. Ausschlaggebend sind vor allem Anzeichen für eine Stabilisierung der Ölexporte aus der Golfregion sowie neue diplomatische Bemühungen zwischen den USA und Iran.
Die Angebotsseite könnte sich damit schrittweise entspannen: Schätzungen zufolge erreichten die Ölexporte aus dem Nahen Osten zuletzt wieder rund 23 Mio. Barrel pro Tag und damit etwa das Niveau des Vorjahres. Gleichzeitig sorgen zusätzliche Freigaben aus den US-Notreserven und leicht gestiegene US-Lagerbestände für weiteren Angebotsdruck.
Parallel arbeiten die USA und Iran an einem möglichen Plan für vertrauensbildende Maßnahmen. Im Mittelpunkt stehen dabei unter anderem die Situation in der Straße von Hormus und das iranische Atomprogramm. Ein konkreter Durchbruch ist allerdings weiterhin offen.
Die geopolitischen Risiken bleiben damit hoch. Angriffe auf Handelsschiffe und Unsicherheiten über die tatsächlichen Transportmengen erschweren weiterhin eine verlässliche Einschätzung der physischen Ölversorgung. Entsprechend kann sich die Stimmung am Markt kurzfristig jederzeit wieder drehen.
Während sich die Versorgung mit Rohöl tendenziell stabilisiert, bleibt der Produktmarkt – insbesondere bei Diesel und Benzin – deutlich angespannter. Starke Lagerabbauten bei US-Benzin und Destillaten unterstreichen den weiterhin hohen Versorgungsdruck. Auch die Verlängerung des russischen Diesel-Ausfuhrverbots bis Ende Oktober wirkt preisstützend.
Trotz möglicher Entspannung beim Rohöl bleibt bei den Produkten vorerst mit einem erhöhten Preisniveau und deutlichen Tagesschwankungen zu rechnen.
Brent und WTI haben ihre jüngsten Hochs zwar zunächst verlassen, die Märkte bleiben jedoch klar volatil. Die weitere Preisentwicklung hängt maßgeblich davon ab, wie schnell sich die Ölströme aus der Golfregion normalisieren und ob die diplomatischen Gespräche zwischen den USA und Iran Fortschritte bringen.
Unsere Inlandspreise bewegen sich weiterhin auf vergleichsweise hohem Niveau, zeigen am Morgen jedoch bereits erste Abschläge. Gerade in einem Markt mit schnellen Richtungswechseln bleiben eine laufende Marktbeobachtung und eine flexible Beschaffungsstrategie entscheidend.